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Immer eine Idee voraus

In nur 75 Jahren hat sich MANN+HUMMEL vom kleinen Filterwerk zum Global Player mit der Vision von „Leadership in Filtration“ entwickelt. Dabei haben Werte und Weitsicht das Unternehmen von Anfang an geprägt. Eine Zeitreise in neun Etappen.

1941

Visionäres Gründerduo

1941 gründen Adolf Mann und Dr. Erich Hummel das Filterwerk Mann+Hummel – der eine Mathematiklehrer, der andere Jurist. Beide hatten beim traditionsreichen Stuttgarter Bekleidungshersteller Bleyle Karriere gemacht. Von den Firmeninhabern wurden sie 1938 gebeten, das Familienunternehmen in eigener Regie zu übernehmen. Kennzeichnend für die Gründer ist die intensive Forschungs- und Versuchstätigkeit, die unmittelbar nach der Übernahme einsetzt.

Zwei Visionäre mit Unternehmergeist: Adolf Mann (links) und Erich Hummel.
Zwei Visionäre mit Unternehmergeist: Adolf Mann (links) und Erich Hummel.

1941–1945

Vom Textilwerk zum Filterhersteller

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs fehlen dem als „nicht kriegswichtig“ eingestuften Textilwerk Bleyle Aufträge und Mitarbeiter. Beim Stuttgarter Kolbenhersteller Mahle wiederum fehlen Kapazitäten. Darum lagert Mahle die Produktion von Motorenfiltern in Lohnfertigung an das Textilwerk Bleyle aus. 1941 geht die gesamte Filterproduktion von Mahle im Rahmen eines Pachtvertrages an die Textilunternehmer über – eigens zu diesem Zweck wird im Januar 1941 das Filterwerk Mann+Hummel GmbH gegründet. 1942 kaufen Adolf Mann und Erich Hummel die Filterproduktion komplett von Mahle und beginnen im gleichen Jahr mit der Entwicklung eines Luftfilters in Zyklonbauweise, der Entwicklung von Textil- und Filzluftfiltern sowie Siebscheibenfiltern und der Hauptstrom-Ölzentrifuge.

Die Keimzelle der Filterwerk Mann+Hummel GmbH in Ludwigsburg.
Die Keimzelle der Filterwerk Mann+Hummel GmbH in Ludwigsburg.

Ab 1945

Rutscherle und Bratpfannen statt Filter

Nach dem Krieg bricht das Filtergeschäft ein – die Bevölkerung benötigt dringend Haushaltsartikel. Deshalb produziert das Unternehmen unter anderem Töpfe, Bratpfannen, Siebe und Topfkratzer – und sogar einen als „Rutscherle“ bezeichneter Handwagen sowie technisch anspruchsvolle Sanitärarmaturen.

Not macht erfinderisch: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg produziert MANN+HUMMEL Haushaltswaren statt Filter.
Not macht erfinderisch: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg produziert MANN+HUMMEL Haushaltswaren statt Filter.

Ab 1948

Wirtschaftswunder und Exportorientierung

Die Markteinführung des VW-Käfers, für den das ­Filterwerk Filzkegelluftfilter in großen Stückzahlen produziert, sorgt ab 1948 für entscheidende Impulse bei Fahrzeugfiltern. 1951 starten die Entwicklung und die Produktion von Filtern mit Feinfilterelementen aus Papier zur Filtration von Luft und Öl. Mit Einführung der Fließbandproduktion erfolgt 1952 der Übergang zur industriellen Großserienfertigung. Gleichzeit entwickelt MANN+HUMMEL die noch heute gültige Strategie, möglichst nah an den Kunden zu sein. Angesichts zunehmender Exportaktivitäten werden internationale Vertriebsgesellschaften gegründet.

1955 lief der millionste VW-Käfer vom Band – ausgerüstet mit Filtern von MANN+HUMMEL.
1955 lief der millionste VW-Käfer vom Band – ausgerüstet mit Filtern von MANN+HUMMEL.

Ab 1950

Familienbetrieb mit sozialpolitischen Idealen

Parallel zur Internationalisierung vollzieht sich eine firmeninterne Entwicklung, die noch heute als vorbildlich gelten kann: Eine Betriebskrankenkasse, Ertragsbeteiligung der Beschäftigten und ein Wohnbauprogramm für Mitarbeiter sind nur einige Beispiele für sozialpolitische Maßnahmen und Werte der Firmengründer. Adolf Mann stirbt 1971, Erich Hummel 1984. Die Gesellschaftsanteile bleiben zu je 50 Prozent bei den Gründerfamilien, die über Bevollmächtigte in einer Gesellschafterversammlung vertreten sind. Eine Lösung, die sich bis heute bestens bewährt.

MANN+HUMMEL ist schon früh mit einer eigenen Betriebskrankenkasse sozialer Vorreiter.
MANN+HUMMEL ist schon früh mit einer eigenen Betriebskrankenkasse sozialer Vorreiter.

Ab 1956

Von Ludwigsburg in die Welt

Ende 1956 verfügt MANN+HUMMEL über elf europäische Vertretungen und acht internationale Lizenznehmer. 1959 beginnt die Zusammenarbeit mit Filterherstellern in Argentinien und Brasilien (heute: MANN+HUMMEL Argentina S. A., Buenos Aires, und MANN+HUMMEL Brasil Ltda., Indaiatuba). Drei werden später zu Tochterfirmen: 1964 die brasilianische Naumann Gepp, 1965 die spanische Taca und 1971 die argentinische TIDEM S. L. R. Sie sind weitere Schritte des Ludwigsburger Filterwerks auf dem Weg zu einem international agierenden Unternehmen.

Die argentinische TIDEM S. L. R. bildete die ersten Schritte auf dem Weg zum international agierenden Unternehmen.
Die argentinische TIDEM S. L. R. bildete die ersten Schritte auf dem Weg zum international agierenden Unternehmen.

Ab 1960

Aufstellung als internationale Gruppe

Die Internationalisierung wird seit den 1960er-Jahren konsequent fortgeführt. Bis zur Jahrtausendwende unter anderem durch den Aufbau von Produktions­standorten in China und die Gründung einer Vertriebsgesellschaft in Australien. Weitere Produktions- und Vertriebsniederlassungen in Belgien, Russland, Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Thailand folgen. Heute sieht sich MANN+HUMMEL sehr gut aufgestellt. Das neue Technologiezentrum am Stammsitz Ludwigsburg schafft beste Voraussetzungen für weiteres Wachstum durch Innovationen.

Globalisierung erfordert verlässliche Logistik.
Globalisierung erfordert verlässliche Logistik.

2015–2016

Globalisieren und lokalisieren

Mit der Übernahme des weltweiten Filtrationsgeschäfts der Affinia Group ist MANN+HUMMEL ab 2016 noch breiter aufgestellt. Die Kompetenzen und Kundenbeziehungen ergänzen sich hervorragend. Mit den beiden Unternehmen kommen die besten Filtrationslösungen für Onroad und Offroad sowie industrielle Anwendungen zusammen. Durch die Übernahme erhält MANN+HUMMEL Zugang zu Marktsegmenten wie dem Schwer­lastbereich (Heavy Duty) in den USA und Hydraulikfiltration. Die von MANN+HUMMEL übernommenen Standorte befinden sich in den USA, Australien, in Kanada, Mexiko, Polen, der Ukraine, in Russland, Großbritannien, China und Venezuela.

Starke Partnerschaft: Alfred Weber (MANN+HUMMEL, links) und Keith Wilson (Affinia Group).
Starke Partnerschaft: Alfred Weber (MANN+HUMMEL, links) und Keith Wilson (Affinia Group).

Ab 2016

Gut gerüstet für die Zukunft

Heute beschäftigt MANN+HUMMEL mehr als 20.000 Mitarbeiter an über 70 Standorten und weist für 2015 drei Milliarden Euro Umsatz aus. MANN+HUMMEL ist einer der aktivsten Patentanmelder beim Deutschen Patent- und Markenamt. Das Unternehmen ist 2016 bereits zum fünften Mal in Folge unter den Top 50 platziert. Dies ist ein weiterer Beleg für den Anspruch, Marktführer in der Filtration zu sein und die Vision von „Leadership in Filtration“ weltweit umzusetzen.

75 JAHRE PURE INNOVATION