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Heathrow Airport:
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Frei durchatmen
in Heathrow

London Heathrow ist der größte Flughafen Europas. Mehr als 72 Millionen Passagiere nutzen seine fünf Terminals pro Jahr, die alle mit Frischluft versorgt werden müssen. Dabei spielen verschiedene Luftfilter von MANN+HUMMEL VOKES AIR eine entscheidende Rolle. Wir haben zwei Servicetechnikern beim Filterwechsel über die Schulter geschaut.

London-Heathrow, Terminal 5: Stahl, Glas und Beton prägen das moderne, hochfunktionale Gebäude. Zu seiner Einweihung im Jahr 2008 galt T5 als Wunderwerk der Architektur und größtes freistehendes Gebäude im Königreich. Von zwanzig Stahlträgern fixiert, schwingt sich das schwebende Dach aus Metall und Glas in eine Höhe von 40 Metern über die fünf Stockwerke, die das Terminal beherbergt.

Das Stimmengewirr der Reisenden mischt sich mit den Geräuschen von klackenden Absätzen und rollenden Koffern. Mehr als 80.000 Passagiere durchlaufen alleine T5 täglich. Heathrow-weit sind es mehr als doppelt so viele. Eine riesige Herausforderung für Personal, Logistik und Technik. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass all diese Menschen bis in den letzten Winkel der fünf Terminals mit reiner Atemluft versorgt werden müssen.

Beeindruckende Fakten

Wir sind mit Tom Bromley und Wayne Young verabredet. Die Servicetechniker von MANN+HUMMEL VOKES AIR haben sich bereit erklärt, uns in die Katakomben des Flughafens mitzunehmen. Dorthin, wo sonst kein Passagier Zutritt hat und wo sie sicherstellen, dass die Gebäude unablässig mit gefilterter Luft versorgt werden. Bevor wir uns auf den Weg hinter die Kulissen machen, warten die Techniker mit ein paar beeindruckenden Fakten auf: 916 Klimageräte betreuen sie in vier der insgesamt fünf Terminals des Flughafens sowie weiteren Gebäuden auf dem Gelände. Dazu kommen drei Luftansaug-Systeme in T5. Insgesamt sind sie für 8.641 Filter verantwortlich.

„Unsere Aufgabe besteht darin, alle schmutzigen Filter nach einem Jahr zu entfernen, die neuen einzubauen und sicherzustellen, dass das Filtersystem dem Kunden jeweils in tadellosem Zustand übergeben wird“, erklärt Bromley. Damit haben sie mehrmals monatlich in Heathrow zu tun, manchmal sogar über zwei Wochen am Stück. Seit zehn Jahren arbeiten beide jetzt am Flughafen zusammen, seit rund fünf Jahren für VOKES AIR. Darüber hinaus gehören einige führende Universitäten und Krankenhäuser im Großraum London zu ihrem Verantwortungsbereich.

In einer anderen Welt

Einen Wachmann und zwei Sicherheitsschleusen später befinden wir uns in einer anderen Welt. Die glitzernd polierte Ankunftshalle liegt hinter uns. Stattdessen schlängeln wir uns durch enge Gänge, um an einen schmalen Lift zu gelangen, mit dem wir zwei Stockwerke tiefer fahren. Es gibt keine Karte, auf der die Räume verzeichnet sind. „Erfahrungswerte“, sagt Bromley lachend. Sie wissen ganz genau, wann sie wo welche Filter auszutauschen haben. Vorbei an Schränken voller Elektronik und Technik folgen wir den beiden entlang der Neonröhren und gelangen schließlich in einen Raum, der einem riesigen Heizungskeller ähnelt und dessen Atmosphäre vom Rauschen der Lüftungsanlagen dominiert wird.

Dann öffnet Young eine der vielen Schranktüren – und wir sehen sie: die Filter. Belegt mit einer gräulichen Schicht aus Staub und Schmutz, erinnern sie an einen riesigen Staubsaugerfilter, der länger nicht gewechselt wurde. All dieser Schmutz wurde durch die Filter davon abgehalten, in den Innenraum des Terminals und letztlich in die Luft zu gelangen, die die Passagiere einatmen. Denn in Heathrow starten und landen Flugzeuge im Sekundentakt und belasten die umliegende Luft so durch Schadstoffe aller Art. Entsprechend hoch ist deshalb auch die Notwendigkeit, diese Schadstoffe zu filtern, bevor sie ins Innere des Terminals gelangen: Über große Rohre wird die Frischluft deshalb von außen angesaugt und erst einmal durch die Filterschränke geleitet, bevor sie in die Passagierbereiche gelangt.

Auch mal Nachtarbeit

Um die Filter austauschen zu können, müssen Bromley und Young die mit je acht Filtertaschen besetzten Rahmen aus ihren Führungsschienen nehmen und durch Rahmen mit neuen Filtern ersetzen. Eine mitunter schweißtreibende Arbeit, die viel Konzentration und Fokussierung voraussetzt: Erst im Frühling hatten sie innerhalb von fünf Nächten die 726 Filter in den drei großen Luftkammern des Terminals ausgetauscht. Da der Betrieb der Anlagen so wenig wie möglich gestört oder unterbrochen werden soll, hatte sich die Nachtarbeit nicht vermeiden lassen. Der Wechsel in den kleineren Klimageräten kann glücklicherweise bei laufendem Betrieb geschehen, sodass sich die beiden nur während einer Woche im Jahr die Nächte um die Ohren schlagen müssen.

Natürlich streiten sie während so stressiger Situationen auch mal, sagen sie. Den Spaß an der Arbeit sieht man ihnen trotzdem an: Sie sind ein eingespieltes Team, jede Bewegung, jeder Handgriff sitzt mit schlafwandlerischer Sicherheit.

„Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren des Flughafens.“
Tom Bromley

 

Aufwendige Kontrollen

Wir wechseln zu Terminal 1, dem ältesten des Flughafens. Hier ist alles etwas weniger glamourös, der Unterschied zwischen Passagier-Bereich und „Backstage“ fällt aber ähnlich extrem aus. Um dorthin zu gelangen, lassen wir eine der üblichen Personenkontrollen über uns ergehen. So wie alle Angestellten des Flughafens, die hinter den Sicherheitskontrollen arbeiten.

„Die Personenkontrollen sind unabdingbar, schließlich dienen sie der Sicherheit von Fluggästen und Mitarbeitern. Trotzdem kosten sie uns bei der täglichen Arbeit viel Zeit“, sagt Young. Fast so viel, wie die Kontrolle des Kastenwagens, mit dem sie die Filter auf das Flughafengelände und zu den einzelnen Klimageräten bringen. „Wenn wir neue Filter von außerhalb des Flughafens mitbringen, dauern die Sicherheitschecks bis zu einem Tag“, sagt Bromley. Wertvolle Zeit, die sie wieder hereinholen müssen. Umso schneller und gewissenhafter versuchen die beiden, beim Filteraustausch zu arbeiten. „Am Ende des Tages sind wir deshalb stolz, wenn wir unser Pensum erfüllt haben.“

Auch wenn sie ihre Arbeit weitab von glänzendem Stahl und Glas verrichten und sich die meisten der Reisenden kaum des Dienstes bewusst sind, den sie verrichten – Young und Bromley wissen, dass sie einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren des Flughafens leisten.

Weitere Informationen in unserem MANN+HUMMEL Blog
Frische Luft für Heathrow Terminal 5