Deutsch
 

Fokussiert zum
vierfachen Sieg

Der Begriff „Stress“ dominiert vermehrt die Gespräche in Kantinen und Büros. Beklagt wird vor allem, dass Aufgaben immer anspruchsvoller, Deadlines kürzer und die Erreichbarkeit nicht mehr nur auf Büro und Geschäftszeiten beschränkt sind. Gleichzeitig werden Stimmen laut, die infrage stellen, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ohne dass dabei alles fern von Büro und Blackberry auf der Strecke bleibt. Gibt es, sagt zumindest Stewart Friedman, Professor der Wharton University of Pennsylvania.

Egal ob durch Yogakurse in der Mittagspause, flexible Gleitzeitregelungen oder Kindertagesstätte um die Ecke – Unternehmen lassen sich verschiedenste Angebote einfallen, um das Stressniveau ihrer Mitarbeiter so niedrig wie möglich zu halten. Kein uneigennütziger Schachzug: Viele Firmenchefs haben erkannt, dass ausgeglichene Mitarbeiter bessere Leistung erbringen und lange Ausfallzeiten durch Stress teuer werden können. Eine Sorge, die nicht von ungefähr kommt, nimmt doch die Weltgesundheitsorganisation an, dass 2020 jede zweite Krankmeldung auf Stress zurückzuführen sein wird.

Zum anderen haben Personalabteilungen verstanden, dass die zwischen 1977 und 1999 geborene Generation Y ihren Arbeitgeber unter ganz anderen Gesichtspunkten wählt als noch Generationen vor ihr. Denn diese Generation stellt klar, dass sie neben der Arbeit auch alle anderen Lebensbereiche in Einklang bringen will.

Harmonie statt Grenzdenken

Für den US-amerikanischen Forscher Stewart Friedman sind diese Entwicklungen keine Überraschung. „Die sogenannte Generation Y ist mit den neuesten Technologien aufgewachsen. Technologien, die es ihr erlauben, 24 Stunden pro Tag die Verbindung zur Arbeit zu halten. Das laugt natürlich aus, weshalb sie Abstand brauchen, um wieder Kräfte zu sammeln.“

Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich Friedman mit der Integration von Beruf und Privatleben. Sein Buch „Total Leadership: Be a Better Leader, Have a Richer Life“ wurde mehrfach ausgezeichnet, das gleichnamige Programm in zahlreichen Unternehmen und Institutionen umgesetzt. Einfach ausgedrückt beschreibt Stewart Friedman darin, dass ein „Leader“, also ein Anführer, in jedem steckt, dass jeder sein eigenes und das Leben anderer positiv beeinflussen kann. Egal auf welcher Hierarchiestufe er sich befindet. Nötig dafür sei eine „totale“, ganzheitliche Verbesserung in den vier elementaren Bereichen des Lebens – Beruf, Familie, Gesellschaft und Einheit von Körper und Geist.

Sich auf „das Wichtigste“ fokussieren

Wer und was im Leben wirklich wichtig ist, sei die zentrale Frage, die sich laut Friedman jeder stellen müsse. Geben Sie beispielsweise die eigene Familie als „das Wichtigste“ an, verwenden aber auf genau diesen Bereich am wenigsten Zeit, ist das eine Diskrepanz, die es zu verändern gilt – und das, ohne dass einer der anderen Bereiche davon negativ beeinflusst wird. Überdurchschnittliche berufliche Erfolge zu erzielen, ohne dabei zumindest im Bereich des Familienlebens Opfer zu bringen – dieser Idee stünden besonders ehrgeizige Mitarbeiter ungläubig gegenüber.

„Es ist wichtig, sich auf das zu fokussieren, was einem am Wichtigsten ist.“
Stewart Friedman

Eine zentrale Aussage in „Total Leadership“ ist die Kritik am Begriff Work-Life-Balance. Friedman zufolge erweckt die Metapher der Balance oder Waage den Eindruck, dass der Gewinn in einem der Bereiche zwangsläufig den Verlust in einem anderen mit sich bringen muss. Friedmans langjährige Studien aber zeigen völlig andere Resultate. „In unseren Forschungen bezüglich der Auswirkungen unseres Programms Total Leadership haben wir Folgendes herausgefunden: Nachdem die Teilnehmer sich auf das fokussierten, was ihnen wirklich wichtig ist, verlagerten sie meist einen Teil ihrer Aufmerksamkeit weg vom Berufsleben. Gleichzeitig aber gaben sie an, genau dort produktiver geworden zu sein.“ Kein Feilschen zwischen den Bereichen also? Leichter gesagt, als getan, das weiß auch Friedman.

Stewart Friedman

ist Professor an der Wharton School of Business an der University von Pennsylvania und der Begründer des „Wharton Leadership Program“ sowie des „Wharton‘s Work/Life Integration Project“. Er beriet unter anderem das Arbeits­ministerium der Vereinigten Staaten, zwei Administrationen des Weißen Hauses und die Vereinten Nationen im Bereich Work-Life-Integration. Aufgrund von Erfolg und Relevanz seiner Projekte erklärte ihn das US-amerikanische HR Magazine zum „Most Influential Thinker 2014“.

 

 

Trotzdem ist Friedman überzeugt: „Heutzutage ist es wichtiger als jemals zuvor, sich auf das zu fokussieren, was einem am Wichtigsten ist. Das wiederum erhöht die Chance, dass man am Ende nicht nur im Geldbeutel, sondern auch seelisch etwas von Wert mitnimmt.“ Um das zu erreichen, rät Friedman dazu, nicht gleich das ganze Leben umzukrempeln. Sondern kleine Experimente zu wagen, deren Risiko gering und deren Resultate schnell sichtbar sind und eine Verbesserung für jeden der vier elementaren Bereiche mit sich bringen.

Vierfacher Sieg

Zwei Mal pro Woche eher von der Arbeit nach Hause zu gehen, um gemeinsam mit dem Partner zu joggen, könnte eines dieser Experimente sein. Ein solches Training verbessert zum einen die körperliche Gesundheit, trägt andererseits dazu bei, mental abzuschalten. Ein entspannter Geist und ein gesunder Körper zahlen bewiesenermaßen auf die eigene Produktivität, Konzentration und Kreativität ein und haben damit einen positiven Effekt aufs Berufsleben. Mehr Zeit und gemeinsame Aktivitäten sind in den meisten Fällen auch für die Partnerschaft positiv. Das Laufen kann einem außerdem ermöglichen, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, beispielsweise durch die Teilnahme bei einem Charity-Lauf.

Schaffe man es, sich auf diesen „four-way win“, den vierfachen Sieg in Beruf, Familie, Gesellschaft und Einheit von Körper und Geist, zu fokussieren, „wird man nicht nur die eigene Zeit intelligenter einteilen – sondern auch Ziele erreichen, die im Einklang mit den persönlichen Werten und Talenten sind.”

Von A wie Altersvorsorge bis Z wie Zumba

Gesundheit ist in jeder Hinsicht eine zentrale Voraussetzung für körperliches Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Ist sie beeinträchtigt, fehlt es an Kraft, Motivation und Ausdauer, um die wachsenden Anforderungen auch im Berufsalltag bewältigen zu können. Genau hier setzten die Maßnahmen und nachhaltigen Angebote zur Gesundheitsförderung von MANN+HUMMEL an.

Dabei profitieren die Mitarbeiter von zukunftsorientierten und zielgruppenspezifischen Angeboten und Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, eigenverantwortlich für ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu sorgen. Dazu gehören – je nach Region – eine große Anzahl gesundheitsförderlicher Seminare, um berufliche Anforderungen, Wohlbefinden und gesunde Lebensführung in Einklang zu bringen, sowie ein umfangreiches Angebot verschiedener Betriebssportgruppen.

Die Gesundheit eines Menschen – vor allem die mentale – hängt natürlich auch damit zusammen, wie es ihm fernab von Büro und Schreibtisch ergeht. So erleben viele der Mitarbeiter von MANN+HUMMEL täglich, welche Herausforderungen damit einhergehen, Arbeit und Familie gerecht werden zu wollen. Besonders Mitarbeiter mit Kleinkindern plagt dabei oft das schlechte Gewissen, nicht genug Zeit für die Kleinen zu haben. Je nach Region, werden Eltern deshalb durch flexible Arbeitszeitmodelle, Home Office, Kinderferienbetreuung oder durch die Kooperation mit lokalen Kindertagesstätten unterstützt.

„Als Führungskräfte von MANN+HUMMEL erheben wir den Anspruch, dem Begriff Familienunternehmen auch gerecht zu werden“, sagt Filiz Albrecht, Personalchefin MANN+HUMMEL. „Konkret heißt das, dass wir auf unsere Mitarbeiter Acht geben und sie dazu ermuntern, auf die eigene Gesundheit zu achten, um lange gesund und im Beruf zu bleiben. Dabei ist es unser klares Ziel, die entsprechenden Angebote gemäß unserer zukünftigen Herausforderungen auszubauen.“